Kurzgeschichten

Wie man Kurzgeschichten schreibt, lernen Sie in diesem Seminar. Wir arbeiten auch hier mit Techniken des kreativen Schreibens.

Anhand von Beispielen aus der Literatur nähern wir uns den typischen Merkmalen einer Kurzgeschichte. Wir schreiben selbst und diskutieren das Geschriebene in der Gruppe.

Die Entstehung der Short Story in Amerika

Die Kurzgeschichte beschäftigt uns mit dem Lesen nur wenige Minuten. Entstanden für den eiligen Leser in Amerika, ist sie um 1820, als Zeitschriften und Magazine für die breite Bevölkerung herausgegeben wurden. Auf dem Weg zur Arbeit, im Café wurden die Short Stories gelesen. Von Schriftstellern wie Washington Irving, Edgar Allan Poe oder Mark Twain verfasst. Im 20. Jahrhundert waren es vor allem Ernest Hemingway, Truman Capote oder William Faulkner, die mit dieser neuen Textgattung berühmt wurden.

Die Kurzgeschichte – Die wichtigsten Merkmale 

Die Kurzgeschichte erzählt auf wenigen Seiten von großen menschlichen Themen wie Einsamkeit, Liebe, Krieg oder Tod. Meist sind gesellschaftskritische Untertöne herauszulesen. Die Hauptfigur in der Geschichte steht dabei an einem Wendepunkt in ihrem Leben und vor allem vor der Frage: Wie soll es weitergehen wenn nichts mehr so ist wie es einmal war?

Direkter Einstieg und offenes Ende                                                           

Die Kurzgeschichte beginnt plötzlich, nach ein, zwei Sätzen sind wir als Leser schon mitten in der Geschichte. Es scheint beim Lesen, als spränge man auf einen fahrenden Zug, sähe ein Stück Landschaft und Menschen, und nach kurzer Zeit spränge man wieder ab, ohne zu wissen, wohin der Zug rollt. Die Hauptfigur wird aus ihrem Alltag herauskatapultiert. Das Ende der Geschichte ist offen und wir als Leserinnen und Leser haben die Aufgabe, die Geschichte weiterzudenken. Wir werden also selbst zu Erzählern der Geschichte und stehen auf diese Weise mit dem Autor auf gleicher Ebene.

Der sprachliche Stil

Die Sprache, die in Kurzgeschichten verwendet wird, ist wirklichkeitsnah und präzise, oft lakonisch. Meist wird auf Metaphern verzichtet. In der wörtlichen Rede verwenden die Autoren häufig Umgangssprache.

Die Figuren

Die Figuren in der Kurzgeschichte haben keine Namen. Die Figuren stehen als Beispiele für alle Menschen, sie sind Typen. Auch kommen nur eine Figur, höchstens zwei Figuren in der Kurzgeschichte vor.

Die Handlung

Es findet nur eine Handlung statt, die linear verläuft. Während es im Roman Haupthandlung und Nebenhandlungen mit Hauptfiguren und Nebenfiguren gibt, erzählt die Kurzgeschichte nur eine Handlung mit einer oder höchstens zwei Hauptfiguren.

Die zeitgenössische Kurzgeschichte

Im Jahr 2013 erhielt die Kanadierin Alice Munro für Ihr literarisches Gesamtwerk mit rund 150 Kurzgeschichten den Literaturnobelpreis. Sie hat die Short Story für uns Leser in die heutige Zeit übertragen und gründlich modernisiert. Damit hat sie die Kurzgeschichte als literarische Form wieder ins Licht der Öffentlichkeit geholt und erneut salonfähig gemacht.

Die Kurzgeschichte ist eine eigene Textgattung. Sie ist keine Fingerübung des Autors für eine Erzählung oder einen Roman, sondern sie stellt eine ganz eigene Kunstform dar.
Denn: In einer guten Kurzgeschichte ist die ganze Welt enthalten, das ganze menschliche Drama wird erzählt, komprimiert auf nur wenigen Seiten.

Mehr über Kurzgeschichten erfahren Sie im Seminar. Bitte Heft, Stifte und/oder Laptop mitbringen.

Termin: auf Anfrage
Zeit: 11.00 bis 16.00 Uhr
Ort: Tecklenburger Straße 87 B
49525 Lengerich

Kosten: 129 Euro

Kurs anfragen

Birgit Nipkau
Tecklenburger Straße 87 B
49525 Lengerich